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Klipper ArtikelDer Klipper (engl. Clipper) ist ein Segelschiffstyp, der seine Blütezeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte. Sein ausgezeichnetes Merkmal war seine hohe Geschwindigkeit.
Der Klipper wurde in den Vereinigte Staaten Amerika entwickelt und hatte seine Vorläufer in den so genannten Baltimore Klippern wie z.B. der Scottish Maid . Dies waren kleine Postfrachter, die in dem Unabhängigkeitskrieg wegen ihrer hohen Geschwindigkeit als Blockadebrecher dienten. Sie waren zweimastige Toppsegelschoner mit Rahtopp an beiden Masten.
Anfang des vorigen Jahrhunderts machten Schiffseigner aus Neuengland ein Vermögen, indem sie kleine, schnelle Schiffe in dem Sommer mit Eis aus ihren Eiskellern beluden, wie der Teufel in die Karibik segelten, und sich dort das Eis von den reichen Plantagenbesitzern mit Gold aufwiegen ließen. Auch diese Schiffe konnten als Vorläufer der Klipper gelten.
Mit dem Klipper kamen schlanke und stromlinienförmige Schiffsrümpfe mit dem scharfen und nach innen gekrümmten Klipperbug (Sichelbug) in Gebrauch, der auch den Schiffen den Namen gegeben haben soll (von "clipping the waves" = die Wellen schneiden). Eine andere Ableitung ist von "to clip" = sich schnell bewegen. Klipper waren meistens Vollschiffe, seltener Barken. Beispiele für letztere waren die Monkchester und die Phoenician. Es gab sogar eine Viermast-Klipperbark, die berühmte Great Republic vom Meisterschiffsbauer Donald McKay aus East-Boston. Er entwarf u. a. auch die Klipper Flying Cloud, Flying Fish, Jaimes Baines, Lightning, Souvereign Of The Seas, Romance At The Seas, Empress Of The Seas, Champion Of The Seas, Donald McKay, Glory Of The Seas.
Die 1845 gebaute Rainbow gilt als erster "echter" Klipper.
Die 1851 gebaute Flying Cloud war 1.783 BRT groß und segelte in 24 Stunden 433 Seemeilen (rd. 800 km).
Auf ihren Reisen kamen die Klipper auch nach Großbritannien, wo sie bald nachgebaut wurden. Mit dem Klipper kam eine Zeit der Rekordjagd nach stets kürzeren Fahrzeiten auf gebräuchlichen Routen, z. B. von der Ostküste der Vereinigte Staaten Amerika nach San Francisco um das Kap Hoorn oder Teefahrten nach Indien und China.
Als 1848 in San Fransisco das Goldfieber ausgebrochen war, segelten viele Klipper von der Ostküste aus mit Gebrauchsgütern und Glücksrittern dort hin und mussten aufgegeben werden, weil die Mannschaften komplett desertierten.
Berühmt geworden sind einige Klipper durch das alljährliche "Great Tea Race", dem Tee-Rennen von China nach London. Das Schiff, das die erste Ladung der neuen Tee Ernte aus China in England landen konnte, erzielte einen sehr guten Preis für die Fracht und eine Prämie. Allerdings wurden Klipper auch für den Transport von Guano aus Chile oder Wolle aus Neuseeland und Australien genutzt.
Die Schiffe wurden zunächst noch komplett aus Holz gebaut und wegen des Rekordstrebens am Limit gesegelt, so dass die Lebensdauer nicht sehr hoch war. Die Briten ersetzten bei ihren Klippern das rar gewordene Holz teilweise durch Eisen und führten so die Komposit-Bauweise ein: Innenstrukturen aus Eisen mit traditioneller Holzbeplankung, die gegen Bewuchs mit Kupferblech beschlagen war. Das führte zu dauerhafteren Schiffen, wie der einzige erhalten gebliebene Klipper, die Cutty Sark, die in Greenwich zu besichtigen ist.
Die Klipper wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jh. durch die Windjammer abgelöst, die nicht ganz so schnell, dafür aber wirtschaftlicher waren. Ein weiterer wichtiger Grund für das Verschwinden der Klipper war der Suez-Kanal, der ca. von Dampfern befahren werden konnte, die damit bei den Reisen nach Indien und China deutlich schneller waren als die Klipper.
Einige berühmte Klipper:
- Flying Cloud (1851, amerikanischer Klipper, D. McKay)
- Challenge (1851, amerikanischer Klipper)
- Flying Fish (1851, amerikanischer Klipper, D. McKay); Rekordfahrt 1852/1853 New York-San Francisco in 92 Tagen
- Sovereign of the Seas (1852, amerikanischer Klipper, D. McKay)
- Red Jacket (1853, amerikanischer Klipper)
- Lightning (1854, amerikanischer Klipper, D. McKay) unter britischer Flagge (Black Ball Line, Liverpool)
- Champion of the Seas (1854, amerikanischer Klipper, D. McKay) unter britischer Flagge (Black Ball Line, Liverpool)
- Jaimes Baines (1854, amerikanischer Passagier-Klipper, D. McKay) unter britischer Flagge (Black Ball Line, Liverpool)
- Glory of the Seas (1869, amerikanischer Klipper, D. McKay)
- Taeping (1863, englischer Teeklipper)
- Ariel (1865, englischer Teeklipper)
- Thermopylae (1868, englischer Teeklipper)
- Cutty Sark (1869, englischer Tee- und Woll-Klipper), erhalten
Nachbauten von Klippern:
- Pride of Baltimore - ein Baltimore-Klipper in traditioneller Holzbauweise mit Heimathafen Baltimore
- Stad Amsterdam - ein stählerner Segler, der den Klippern nachempfunden ist, Baujahr 2000
Buch-Tipp: Barawitzka und der Taiwan-Klipper Ein Abenteuer-Cocktail Schnell würfelt Barawitzka seine neue Crew zusammen für eine Überführungstour Taiwan/Adria. Klar, dass da nicht alles so rollt wie geplant, aber der gewiefte rot-weiß-rote Kapitän bewältigt allen Unbill. Und dieses Mal spielen auch einige „Seejungfrauen“ an Land und auf dem Wasser... | |
In der Unix-Desktop-Umgebung KDE wurde der name "Klipper" für die dort implementierte Zwischenablage benutzt.
Raumfahrt: angekündigtes wiederverwendbares russisches Raumschiff; soll die derzeit benutzten "Sojus" Raumschiffe ersetzen, für bis 6 Personen und 700kg Fracht zur Versorgung und als Rettungsfähre der ISS.
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